Wasserburg

 

Eine Schau voller Lebenslust

 

 

 

Die drei Künstler René Geier, Miri Haddick und Ulrike Eschbaumer (von links) freuen sich über ihre gelungene Ausstellung "Unbeschwert" im KUBA. (Foto: Babette Caesar)

 

 

 

7. Mai 2018 Babette Caesar

 

Die Ausstellung „Unbeschwert“ von Ulrike Eschbaumer, René Geier und Miri Haddick im Kunstbahnhof (KUBA), Bahnhofstraße 18, dauert bis 27. Mai 2018. Sie ist freitags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

 

 

 

„Unbeschwert“ nennen Ulrike Eschbaumer, René Geier und Miri Haddick ihre Gemeinschaftsausstellung, die sie am Freitagabend im Kunstbahnhof Wasserburg (KUBA) eröffnet haben. Unter großem Besucherandrang. Zu sehen sind Malerei und Steinskulpturen in lebhaftem Wechsel, die sich mit Themen wie Tiere und Natur, aber auch Vergänglichkeit und Tod beschäftigen. Somit facettenreich die Seiten des Daseins beleuchten.

 

Ein Nilpferd namens „Elke“, das in violettfarbenem Wasser zusammen mit gelbgoldenen Fischen schwimmt. Eine „Gans“ auf hohen dürren Stelzenbeinen, deren langer Hals sich zu Boden biegt und unten in einem seltsamen schaufelartigen Kopf mündet. Hinter ihren Figuren, die so heiter, leicht und beschwingt wirken, stecken Geschichten, die nicht immer gut ausgehen.

 

Gelungene „Momente der Wahrnehmung“

 

Das erzählt die in Bodolz lebende Miri Haddick über ihre Malerei. Schon immer habe sie Tiere gemalt. Sie seien Ausdruck ihrer Liebe zur Natur. 1971 in Düsseldorf geboren, liegt der Garten- und Landschaftsarchitektin und freischaffenden Künstlerin an der Einheit von Tier, Mensch und Pflanze. Das im Bild mittels Acryl, Wachs, Öl und Pigmenten auszudrücken, gelingt ihr in lebensfroher und inspirierender Weise. „Meine Bilder sind erst lebendig, wenn meine Tiere und Figuren zu leben begonnen haben. Wenn der Funke zu mir übergegangen ist“, erläutert sie den Schaffensprozess.

 

Von „Momenten der Wahrnehmung, die eine Vernissage bietet“ sprach KUBA-Vorstand Jens Dell-Gebhart in seiner Einführung. Das trifft auch auf die Skulpturen von René Geier zu. Der 1973 in Kaufbeuren geborene Steinmetz und Steinbildhauermeister konzentriert sich in seiner freischaffenden Tätigkeit auf Figuratives. Auf einen sinnenfrohen „Apfel“ mit Goldblatt oder einen Raum weiter auf einen „Fisch“ aus Sandstein, der an einer Art Galgen hängt. Für das Wasser, ohne dass er nicht leben kann, stehen neun zum Quadrat angeordnete und behauene Granitblöcke am Boden. Die Arbeit spricht von der Endlichkeit eines jeden Lebewesens. Von „gemeißelter Bewegung“ und „gemeißelter Zeit“ spricht René Geier, der sich zur Schaffung dieses Werkes bewusst ein Zeitlimit gesetzt hat. Für das Figurenpaar „Frau“ und „Mann“ erschien ihm das vorherrschende Körperideal von schlank gleich schön als zu langweilig. So nimmt seine Schwangere die Ausmaße einer Venus von Willendorf an und der männliche Gegenpart steht ihr in nichts nach. Angetan gibt sich der Bildhauer von seinem Brunnen, der am Boden eines Ausstellungsraums nicht nur einfach so plätschert. Die Form des Steins bestimme die Art des Wellenschlags, der vollkommen unbeschwert seine immer wiederkehrenden Kreise zieht. Schlicht „Ich“ titelt seine sich hochwindende Stele, aus der ein Totenschädel herauswächst. René Geiers Werke sprechen eine deutliche, aber auch versöhnliche Sprache.

 

Sich dem sinnenfrohen Leben zuwenden

 

Ganz dem sinnenfrohen Leben zugewandt ist die Malerei der 1966 in München geborenen, heute in Weißensberg tätigen Ulrike Eschbaumer. Schon ihre miniaturhaften zarten „Elfchen“ im Foyer sind Ausdruck dessen. Der Mal- und Psychotherapeutin hat es Florales in farbsprühender Gestaltung angetan. „Ich liebe die Natur und die Farben“, schwärmt die einstige Grafikdesignerin. Pigmente schüttet sie auf Leinwände in einem intuitiven Prozess, dem ein zeichnerischer mittels Kohle folgt, um die Konturen von überdimensionierten Christrosen in satten Violetttönen oder nachtblauen Schneeglöckchen zu ziehen. Und ihre „Stiere“? Ihnen ist sie erstmals in den Wandmalereien in der Höhle von Lascaux begegnet.

 

Von daher zeugen auch zwei Bilder, die die Tiere in kraftvollen, blutrot leuchtenden Pigmenten authentisch wiedergeben. Von dort aus ist sie zu ihren „eigenen Stieren“ gelangt, die den Betrachter anschauen, ihren muskulösen Körper darbieten und auch mal als kleine „Allgäuer Kuh“ daherkommen. Ulrike Eschbaumer schöpft aus der Fülle der Farben, der Formen und des Lebens.